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Mit der Stadt Essen wird das bisherige Austragungsduo Bochum/vHerne jetzt zum Trio – ein Zuwachs, der nicht nur das ohnehin große künstlerische Renommee des Festivals, das am 10.5. in der Essener Lichtburg eröffnet wird, weiter stärkt. Auch die immer wieder schwierige Finanzierung wird jetzt auf breitere Schultern gestellt.
Es ist durchaus ein kleines Politikum, das Annette Dabs, künstlerische Leiterin der Fidena sowie Michael Townsend und Andreas Bomheuer, Kulturdezernenten der Städte Bochum und Essen beschreiben. Mit der Erweiterung um Essen finde eine „gezielte Regionalisierung“ statt, so Annette Dabs. Und Michael Townsend legt noch einen drauf: „Wir könnten die Ideen und Errungenschaften der Kulturhauptstadt 2010 sofort wieder in die Tonne kloppen, wenn wir jetzt wieder zum Kirchturmdenken früherer Jahre zurückkehren!“ Bomheuer, neu im Kreis der Strippenzieher, beeilt sich, etwaige Mutmaßungen im Keim zu ersticken: „Die Tatsache, dass Essen jetzt im Boot sitzt, bedeutet keineswegs eine feindliche Übernahme.“ Dennoch, vielleicht auch, um die freudige Euphorie etwas zu bremsen, fügt Dabs, die langjährige Leiterin der Fidena, knapp hinzu: „Das Figurentheater der Nationen bleibt ein Bochumer Gewächs.“
Ein Gewächs mithin, das selbst bei Theaterfreunden noch immer mit dem Ruf zu kämpfen hat, nicht ganz so ernst zu nehmende Kunst zu bieten – ein Irrtum, der stets aufs Neue aufgeklärt werden muss. Das weiß auch Bomheuer: „Die FIDENA ist viel mehr als Kasperltheater. Sie ist das Ergebnis interkultureller Arbeit.“ Dabs fügt hinzu: „Was wir sehen werden, ist eine ganz spezielle Theaterkunst, keine Kleinkunst.“
Dabei ist der respektable künstlerische Anspruch der FIDENA eben nicht zuletzt dieser zierlichen, begeisterungsfähigen Frau zu verdanken. In den 14 Jahren, in denen sie die Fidenafäden in Händen hält, hat sie sich ein Netzwerk aufbauen können, das sich sehen lassen kann. So hat sie auch in diesem Jahr wieder Kompanien aus aller Welt ins Ruhrgebiet locken können: Das Teatro Pavana kommt aus Italien, Magali Chouinard stammt aus Kanada, mit dem Blind Summit Theatre werden Gäste aus Großbritannien begrüßt, Fleur Elise Noble nimmt den weiten Weg von Australien auf sich. Gruppen aus Belgien, den Niederlanden, Frankreich und selbstverständlich Deutschland runden das Portfolio ab.
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Den thematischen Schwerpunkt bildet in diesem Jahr der schöpferische Akt als solcher. Man werde immer wieder sehen, wie Dinge zerstört und neu erschaffen werden, so Dabs. Dass Figurentheater dabei nicht zwingend mit Puppenspielkunst gleichgesetzt werden muss, ist eine Einsicht, die sich fortsetzt. Performance, Objektkunst, Tanz, Musik, Choreografie und immer wieder visuell beeindruckende Vorstellungen – sie bilden die Grundpfeiler eines Festivals, das sein Selbstverständnis seit seiner Gründung kontinuierlich erweitert. Dennoch wird es nach wie vor Puppen und Marionetten geben. Mit Frank Soehnle hat sich der Meister des Marionettenspiels angekündigt.
Die jeweiligen Vorstellungen werden an ganz unterschiedlichen, teils spannenden Orten zu sehen sein. So gehören diesmal das Schloss Borbeck, das Theater an der Rottstraße 5 sowie der Marienplatz zu Bochum als auch die Herner Flottmann-Hallen zu den Austragungsstätten. Mit Spannung erwartet werden darf die Premiere am 10.5. in der Essener Lichtburg, einem der schönsten Kinos der Republik. Im Vorfeld des Eröffnungsstücks „While we were holding it together“ verspricht Dabs ein Hollywood-reifes Defilee der Puppen auf dem roten Teppich.
HEINZ verlost 3x2 Karten für die Eröffnungsgala am 10.5. in der Essener Lichtburg.
SMS mit dem Keyword bm.055.Fidena.Nachname (Punkte nicht vergessen und den eigenen Nachnamen ergänzen) an die Kurzwahl 32223 (0,49 Euro/SMS) senden. Einsendeschluss: 6.5.2012
Autor: mr
FIDENA in Bochum, Herne und Essen; Termine: 10.-20.5.; Eröffnung: Lichtburg Essen, Kettwiger Str. 36, 45127 Essen; 10.5., 19.30 Uhr