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27.03.12
Haus der Sünde
fin de siècle im Edelbordell
Glanz und Elend der Kurtisanen sind schon greller beschrieben worden als in diesem atmosphärisch behutsamen Sittenbild der Jahrhundertwende in Paris.

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Jenseits von frivolen Bohème-Klischees à la Toulouse-Lautrec schildert Bertrand Bonello das Leben der Mädchen in einem „maison close“ zwischen Warten auf Freier, Angst vor dem Alter und Hoffen auf die Zukunft. Doch was zunächst wie eine Reminiszenz an plüsch-samtene Liebesdienste einer romantischen Belle-Epoque wirkt, überlebt die Jahrhundertwende nicht: Syphilis, Existenzsorgen und eine Gräueltat halten Einzug in das Etablissement. Bonello, der mit Ozon und Noe zur jungen Garde der „neuen französischen Extremisten“ gezählt wird, gelingt eine geradezu lyrische Gratwanderung zwischen sozialromantischer Verklärung und beklemmendem Psychodram der verlorenen Träume.

Autor: pk

Haus der Sünde (L‘Apollonide – Souvenirs de la maison close) F 2011, Regie: Bertrand Bonello, mit: Hafsia Herzi, Céline Sallette, Jasmine Trinca; Start: 19.4.