25.04.12
Made in Essen 22
Voll auf Scheibe
Voll auf Scheibe. Es ist eine Diskussion mit Tradition, wenn sich im vorweihnachtlichen November die „Made in Essen“-Jury zusammenfindet, um andächtig frischer Musik zu lauschen.

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71 Bewerbungen waren für die 22. Ausgabe der nachwuchsfördernden Compilation der Sparkasse Essen eingegangen, zwölf Soundperlen wurden herausgepickt und sind ab Mai „voll auf Scheibe“. HEINZ weiß, welche Festival-Gigs zudem auf die Newbies warten, und schickt gleich mehrere von ihnen auf die Bühnenbretter des Sektors.

Sportlich: Erfolgserlebnisse für hoffnungsvolle Künstler

Rückblick. Im Mai 2011. „Wenn der Anruf aus der Sparkasse kommt, dann sagt ja keiner: ‚Das ist Mist!’“, strahlt Sängerin Michèle beinahe ohnmächtig vor Glück ins Mikrofon. „Dann freust Du Dich einfach tierisch, dabei zu sein!“ Gerade eben steht ihre Band My Own Sense bei der offiziellen „Made in Essen 21“-Präsentation im Haus am III. Hagen dem Moderator Dirk Stolzenberg Rede und Antwort. My Own Sense haben auf die Schlauer-Anlegen-Beratung der Sparkasse Essen gesetzt und den Sprung auf die CD geschafft. Die große Chance des rein ideellen Förderprojekts als Plattform für Musiker-Träume haben auch die Jungs von Reefer Madness erkannt: „Es ist eine wahnsinnig gute Möglichkeit, an gute Gigs zu kommen!“ Auf den Punkt bringt es schließlich Sparkassen-Mitarbeiter und „Made in Essen“-Agent Werner Missum: „Ich komme vom Sport, da weiß ich: Man braucht einfach Erfolgserlebnisse. Und genau diese Erfolgserlebnisse wollen wir den jungen Musikern schenken.“ Das Sprungbrett betritt sich dabei wie folgt: Interessierte Bands bewerben sich mit einem selbst geschriebenen Song bei der Sparkasse Essen. Wird eine Band für die kommende Ausgabe der Compilation ausgewählt, landet genau dieser Titel auf der „Made in Essen“. Und nicht nur das: Es winkt zudem ein Live-Auftritt auf einer Festivalbühne des Sektors – Know-how und Zeit, Raum und Technik sowie bestmögliche Beratung und Stützung seitens der Projektpartner inklusive. Das Label „Hergestellt in Essen“ zeichnet dabei nicht nur die in Essen ansässigen Produktionspartner aus, sondern auch die Künstler selber, die aus Essen stammen oder mit der Stadt verbunden sein müssen, um ihr handgefertigtes Produkt abliefern zu dürfen. „Den Weg zum möglichen Durchbruch ebnen wir, indem wir unseren Schützlingen nicht nur eine professionelle Song-Aufnahme im Essener SSE-Studio ermöglichen, sondern zudem auf etablierten Festivals einen Auftritt sichern. Und auch wenn die ganze Sache ja zunächst nur ein einmaliges Engagement zum 150-jährigen Bestehen der Sparkasse werden sollte, weiß ich heute, dass es richtig war weiterzumachen. Bis zum heutigen Tag macht es mich wahnsinnig stolz, kulturelle Begegnungen in der Region fördern und langfristig sogar überregionale Perspektiven für die Zukunft eröffnen zu können“, bewertet Missum das Standing des hausgemachten Dauerbrenners „Made in Essen“. Zu Recht dürfen daher also alle Combos auf die Erwirtschaftung einer attraktiven Rendite und den Ausbau ihrer musikalischen Karriere hoffen. Die Macher der „Made in Essen“ investieren dabei vor allem in Menschlichkeit, vermengen eine große Portion Fairness mit der gewissen Prise Toleranz und schmecken das Ganze mit jeder Menge Herzblut ab. „Konkurrenzkampf gibt es bei uns nicht. Niemand wird hier zum Gewinner oder Verlierer eines Wettbewerbs gemacht, sondern als würdiger Teilnehmer eines chancengleichen Förderprojekts ans Händchen genommen. Mit dieser Einstellung haben wir 21 Jahre erfolgreich gearbeitet, und das ist des Lobes wert“, betont Missum das sportliche Konzept.

 

Vielseitig: Dampf und Gefühle auf Scheibe No. 22

Nach all den Jahren gibt es inzwischen so einige „Stammgäste“ unter den jungen Aspiranten, da Mehrfachbewerbungen und -platzierungen erlaubt sind, doch an Vielseitigkeit hat die „Made in Essen“ dennoch bis heute nicht eingebüßt. „Eine richtige Ruhrpottscheibe eben. Mal wird ordentlich Dampf abgelassen, mal rumgejuxt, mal eine gefühlvolle Geschichte erzählt – so lieb’ ich das ja“, beurteilt Missum die zwölf Tracks der Ausgabe 22. Spricht es – und gönnt sich mit den OneLoveRockers gleich einen gehaltvollen Aperitif zum Einstieg. Reggae, Jazz und Dub haben die vier Musiker in einen farbenfrohen Cocktail geschmissen, der sich gut schlürfen lässt. Der süffige Hüftschwung-Titel: „Cruisin’ & Riddim“.

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Von gescheiterten Beziehungen und bekloppten Leuten können Yiek was erzählen. Damit machen Aram, Andy, Malte und Jens zwar die Welt nicht besser, haben aber wenigstens mit allen Fans eine feurige „Toxication Party“ gefeiert.

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Zwischen Swing, Ska, Rock’n’Roll und Surf toben sich die schwungvollen Mitglieder von SpeedSwing aus und nehmen mit dem „Broccolied“ klar Stellung zu Partytauglichkeit im Gemüsegewand.

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Mit ihrer ersten Langspielplatte „Disko Disko“ wollen die vier Jungs von Box75 zukünftig die Musikwelt erobern. Da sie dies mit komplett neuen Songs tun wollen, brauchte es wohl besonders viel Adrenalin für den aktuellen Beitrag: „C9H13NO3“ lautet die Summenformel der treibenden Stresshormon-Nummer.

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„Nur ’ne Nummer“ haben die vier Köpfe von Ro-Shan abgeliefert – und wurden dafür doch tatsächlich gleich zweimal mit dem 1. Platz beim „Deutschen Rock&Pop Preis 2010“ für den „besten deutschen Song“ und den „besten deutschen Text“ ausgezeichnet.

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Kein Wunder bei soviel Wortwitz und Charme. Mit „Where Are You“ begeben sich Sun Arena melancholisch auf die Suche nach … (ja was wohl?), ihren Platz auf der „Made in Essen“ haben die fünf Jungs dank ihres eingängigen Poprocks einmal mehr finden können.

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War das wirklich nur ein Trio namens Enola? Von „Welten“, in denen man sein Leben leben muss und niemals untergehen will, singen Hendrik, Léon und Eugen – Aggression und Melancholie im Pop-Gewand.

Artikelbild 1 (200x100) (Enola)

Team Stereo machen keinen 5.1-Dolby-Surround-Hochglanz-Sound, sondern erfüllen viel lieber die Kriterien, die ein Team erfüllen sollte: Neben perfekter Arbeitsteilung, fruchtbarer Kommunikation und Effizienzüberprüfung bleibt da sogar noch Zeit für Musik – und eine punkrockige „Hospital Party“.

Artikelbild 9 (200x100) (Team Stereo)

Irgendwie immer unterwegs: Solange ihnen der silberne Mond wohlgesinnt ist, treten die Weltenbummler Skaw Float die Reise auch trotz Sturms an – „Mein Weg“ hat es nach dem 2010er Beitrag „Reise“ erneut auf den Nachwuchssampler geschafft.

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Unplugged-Musik für alle Gemüter haben sich UnPaddelugged sowohl als Zweiercombo als auch im Ensemble mit Geige, Percussion, Bass und Klavier auf die Fahne geschrieben. Schon erkannt, dass der Weg das Ziel ist? Dann mal „Von Wegen“ lauschen.

Artikelbild 10 (200x100) (UnPaddelugged)

„Extrem rhythmisch, erwachsen und talentiert“ empfinden sich Dyora.Muss was dran sein, denn warum wären diese „lärmenden und gut riechenden“ Typen aus dem Pott sonst mit ihrer NuRock-Nummer „A New Destiny“ auf dem Sampler gelandet?

Artikelbild 4 (200x100) (Dyora)

Die letzte Einladung zu einer Reise spricht Chris Valentino so melancholisch wie balladig aus: „Around The World“ heißt es bei dem Singer/Songwriter, der sich auf den Weg machen will – mit der Gitarre als treuestem Weggefährten.

Artikelbild 3 (200x100) (Chris Valentino)

Bühnenreif: Bretter für Bands

Wegbereiter für den persönlichen Auftritt! Der Platz auf der „Made in Essen“ bedeutet zugleich einen Bühnenplatz auf einem ausgewählten Festival im Sektor. Die Entscheidung über das Wer-Wann-Wo erfolgt in Abstimmung der Sparkasse Essen mit den Veranstaltern. Doch es gibt auch Festivalslots, die alleine die Musikredaktion des HEINZ-Magazins in Einklang mit der künstlerischen Betreuung vor Ort vergibt – und dazu zählt u.a. ein Auftritt bei Bochum Total! Welche Band welchem Festival entgegenfiebern darf, wird am 27.4. offiziell bei der „Made in Essen 22“-Präsentation in der Sparkasse Essen bekannt gegeben, wenn alle Bands, Festivalveranstalter und Medienpartner zusammenkommen. Dann geht es wieder los: das Däumchen drücken und das Träumen vom großen Auftritt, aber auch das gegenseitige Beschnuppern, die gegenseitige Wertschätzung. Ein emotionaler Moment für Werner Missum und alle Macher der „Made in Essen“, wenn sich zu den bis dato anonymen zwölf Tracks plötzlich die ruhrpottschnutigen Hersteller gesellen. Den Plausch mit den jungen Musikern lässt Missum sich an diesem Abend grundsätzlich nicht nehmen. „Ich kenne mich zwar nicht mehr mit allem aus, was die jungen Leute heute so an Musik hören, aber ich kann mit Sicherheit sagen, was mir an den zwölf Songs unserer aktuellen ‚Made in Essen’ gefällt. Und natürlich freue ich mich darauf, endlich die Künstler dahinter kennen zu lernen!“ Ja, wenn es um „sein Baby“ geht, ist der Mann eben „voll auf Scheibe“.

susa

Live-Gigs: 30. Pfingst Open Air Werden: 28.5. • 24. Rü-Fest: 9.6. • Kray Or Die: 23.6. • 27. Bochum Total: 5.-8.7. • 17. Essen.Original: 31.8.-2.9. • Borbecker Markfest 6.-9.9. • Bochumer Musiksommer: September • 23. Essener Zechenfest: 29.+30.9. • „Brause akustisch“ in Düsseldorf: Termin nach Absprache; CD-Cover: Bereits zum 7. Mal wurde ein „betreuter Wettbewerb“ als Ergänzung zum musikalischen Contest ausgeführt. In Zusammenarbeit mit Uwe Stoklossa (Kommunikationsdesign | Visuelle Kommunikation) der Folkwang Universität der Künste waren freiwillige Studenten aufgerufen, der Platte ein repräsentatives Gesicht zu verpassen. CD-Verkauf: Ab dem 2.5. ist „Made in Essen 22“ für 5 € in allen Geschäftsstellen der Sparkasse Essen erhältlich. Bewerbungen: können das ganze Jahr eingereicht werden. Alle Einsendungen bis zum ersten Oktoberwochenende werden für die aktuelle CD berücksichtigt. Die Bewerbungen, die danach eingehen, werden zur nächsten MiE-Phase gezählt.

 

Infos: http://www.made-in-essen.de